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Zutritt zur Mietwohnung – Wenn der Vermieter anklopft

Wann darf der neue Mieter zur Besichtigung in die noch bewohnte Wohnung?

Verbringt man die letzten Wochen vor dem Umzug in der Wohnung kann es sein, dass potenzielle Nachmieter zur Besichtigung vorbeikommen wollen. Der Besitzer bemüht sich um neue Mieter und um einen möglichst flotten Mieterwechsel.

Es kann aber unpassend erscheinen, Fremde in die eigene Wohnung zu lassen. Als Mieter hat man bestimmte Rechte, wann man dem Vermieter Zutritt zur Wohnung gewähren muss – und auch verwehren darf.

Prinzipiell braucht der Vermieter einen berechtigten Grund, um Zutritt zur Wohnung einzufordern. Er hat z.B. das Recht, die Wohnung zu besichtigen, um ihren Zustand und mögliche Schäden festzustellen. Eine Besichtigung mit Interessenten gilt ebenfalls als berechtigter Grund.

Willkürliche Zutritte zur Wohnung, besonders in kurzer zeitlicher Abfolge, sind nicht erlaubt und gelten als Schikane. Der Mieter darf aber den Wunsch des Vermieters (sofern er seine Berechtigung hat) aber auch nicht ablehnen. In beiden Fällen (unangekündigter Zutritt ohne Gefahr im Verzug sowie Verweigerung des Zutritts durch den Mieter) können rechtliche Schritte eingeleitet werden.

Für eine Besichtigung sollte der Mieter anwesend sein (und möchte dies wahrscheinlich auch), dafür muss aber ein zumutbarer Termin vereinbart werden – auch wenn das Besichtigungsrecht im Mietvertrag festgelegt ist.

Angemeldet werden sollte ein Wohnungszutritt spätestens 24 Stunden vorher, der Termin muss aber mit der Berufstätigkeit des Mieters vereinbar sein.

Unangemeldet hat der Vermieter Zutritt bei Gefahr im Verzug: darunter fallen zum Beispiel Wasserrohrbrüche, Rauchentwicklung in der Wohnung usw. In so einem Fall darf sogar (auf Kosten des Mieters, wenn der Vermieter keinen Zweitschlüssel hat) die Wohnungstüre aufgebrochen werden.

Modernisierungsarbeiten im Haus erfordern auch manchmal den Zutritt zur Wohnung – z.B. wenn im ganzen Haus die Fenster oder Leitungen erneuert werden. Diese Arbeiten sollten aber einige Monate zuvor vom Vermieter angekündigt werden.

Wer sich dann auch gleich zur Wohnungsrückgabe Gedanken machen möchte findet beim Immo-Standard ein paar Tipps: Was bei der Wohnungsrückgabe zu beachten ist.

Fazit: Absprache und Terminvereinbarung sind selbstverständlich – so sind beide Parteien auf der sicheren Seite, und die Besichtigung kann geplant stattfinden.


Facts

  • Der Mieter muss eine Besichtigung durch Interessenten zulassen
  • Dabei muss der Vermieter auch anwesend sein
  • Für die Besichtigung muss ein Termin vereinbart werden, der für den Mieter (Stichwort Arbeitszeiten) zumutbar ist
  • Eigenmächtig darf der Vermieter die Wohnung nur bei Gefahr im Verzug betreten
  • Verweigern kann der Mieter den Zugang nicht, dabei drohen rechtliche Schritte