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Mietanbot – mit Bedacht zum Mietvertrag

Unter einem Mietanbot versteht man eine bindende, (einseitige) Erklärung darüber, dass man eine bestimmte Sache (also z.B. eine Wohnung) zu den im Anbot festgelegten Bedingungen mieten, also einen Mietvertrag abschließen möchte.

Unter einem Mietanbot versteht man eine bindende, (einseitige) Erklärung darüber, dass man eine bestimmte Sache (also z.B. eine Wohnung) zu den im Anbot festgelegten Bedingungen mieten, also einen Mietvertrag abschließen möchte.

Klingt einfach – aber es gibt vieles zu beachten, bevor man die Unterschrift unter solch einen Vertrag setzt. Denn ein Rücktritt ist – wenn überhaupt möglich – umständlich und mit Kosten verbunden.

Do it yourself

Oft machen Vermieter Stress und legen ein vorgefertigtes Anbot vor, das nur noch unterschrieben werden muss. Dabei werden aber meistens wichtige Details außer Acht gelassen, die einen Nachteil für den zukünftigen Mieter bedeuten.

Darum sollte man das Anbot auf jeden Fall selbst verfassen und sich genug Zeit nehmen, um alle Details zu klären und selbst festzuhalten.

Die Mietervereinigung empfiehlt, in einem Anbot mindestens folgende Details festzuhalten:

  • Objekt und Adresse
  • Name der Vertragsparteien
  • Art der Miete (Haupt- oder Untermietvertrag)
  • zu vereinbarende Mietdauer
  • zu vereinbarender Mietzins (aufgegliedert nach Hauptmietzins, Betriebskosten, Heizkosten und Umsatzsteuer)
  • Nutzfläche der Wohnung und deren Ausstattung

Zusätzlich sollten man Dinge wie die Kaution, Nutzungsmöglichkeit eines Kellerabteils, Gartens oder Hofs sowie die Möglichkeiten, Haustiere zu halten oder den Mietvertrag nach Ablauf der Frist zu verlängern, schriftlich festhalten, genauso wie größere geplante Umbauten am Haus. Außerdem sollte man sich Gedanken über mögliche Untermieter oder Optionen, die Wohnung weiterzugeben, machen.

Außerdem: auch die Pflichten des Mieters festhalten! Dies ist vor allem nötig, wenn die Wohnung nicht unter das Mietrechtsgesetz (MRG) fällt. (Infos dazu, wann Mieterschutz durch das MRG gewährleistet ist und wann nicht, wurden im Immobilien-Service von derStandard.at zusammengefasst: Anwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes )

Bedingungen bzw. Einschränkungen sollten ebenfalls festgelegt werden. Hängt das Anmieten der Wohnung zum Beispiel davon ab, ob man einen Job oder Studienplatz an dem Ort oder auch einen Kredit zugesagt bekommt, ist das Anbot "mit Vorbehalt" zu stellen: "Das Mietanbot ist nur gültig, wenn …" oder "Vorbehaltlich der Zusage von Kreditinstitut xy …."

Nichts muss ewig gelten

Ganz wichtig: das Anbot befristen! So muss auch der Vermieter eine Entscheidung treffen und kann nicht willkürlich die Zeit bis zum Vertragsabschluss ausdehnen. Nach Ablauf der Frist kann man sich uneingeschränkt wieder für andere Mietobjekte entscheiden.

Akzeptiert der Vermieter das Angebot kommt automatisch ein Mietvertrag zustande.

Rücktritt ist möglich – zu bestimmten Bedingungen

Ein kostenloser Rücktritt ist nur dann möglich, wenn das Anbot direkt am Tag der ersten Besichtigung (womöglich unter Druck) unterschrieben worden ist (§ 30a Konsumentenschutz-Gesetz). Eine Woche hat man Zeit, den Rücktritt schriftlich bekanntzugeben. Außerdem gilt die Regelung nur, wenn "dringender Wohnbedarf" angemeldet wird, also nicht, wenn es zum Beispiel um einen Zweitwohnsitz geht.

Möchte man aus einem später unterzeichneten Vertrag aussteigen wird eine Maklerprovision fällig.

Bekommt man allerdings einen Mietvertrags-Entwurf, der stark von den im Anbot festgelegten Details abweicht, hat man bessere Möglichkeiten, aus dem Vertrag auszusteigen.

Leichter ist ein Ausstieg aus dem Anbot, wenn der tatsächliche Entwurf des Mietvertrags stark von den im Anbot festgehaltenen Details abweicht.


NIE darf man sich auf mündliche Zusagen verlassen – nur was vertraglich festgelegt wird kann auch geltend gemacht werden.


Checkliste

  • Anbot selbst verfassen
  • Nie unter Druck setzen lassen!
  • Nicht auf mündlichen Zusagen verlassen – alles schriftlich festhalten
  • Das Anbot kann zeitlich befristet oder an Bedingungen (mit "Vorbehalt") geknüpft sein

Inhalte des Anbots im Überblick

  • Objekt und Adresse
  • Name der Vertragsparteien
  • Art der Miete (Haupt- oder Untermietvertrag)
  • zu vereinbarende Mietdauer
  • zu vereinbarender Mietzins (aufgegliedert nach Hauptmietzins, Betriebskosten, Heizkosten und Umsatzsteuer)
  • Nutzfläche der Wohnung und deren Ausstattung

Zusätzliche Faktoren

  • Kaution
  • Keller-, Garten- oder Hofnutzung
  • Haustierhaltung
  • Weitergabe- und Untermietoptionen
  • Geplante größere Umbauten am Haus
  • Evtl. Verpflichtungen des Mieters